Presseschau: Wunderstoff CBD: Kommt jetzt Cannabis als Medikament für alle? (Focus)

Der Focus berichtete über das therapeutische Potenzial des nicht psychotropen Cannabinoids Cannabidiol (CBD).

„70 Jahre lang war Haschisch als berauschende Droge geächtet. Heute denken viele Mediziner anders und schätzen die therapeutische Wirkung der Hanfpflanze. Henrik Sprengel berichtet auf dem DLD Summer über die Vorteile von Cannabis als Medizinprodukt.

- Cannabis wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.
- Das Cannabinoid CBD ist nicht psychoaktiv.
- Das macht Medikamente auf Cannabisbasis zum vielversprechenden Forschungsansatz.

Seit Jahrhunderten setzen viele Kulturen aus aller Welt auf Medikamente auf Cannabisbasis. Doch in Deutschland dürfen derzeit nur 370 Patienten mit Ausnahmegenehmigung Cannabis legal erwerben und konsumieren.

Noch immer ist Cannabis als Rauschdroge in Verruf. Die Hürden für Kranke, legal an den Stoff zu kommen, sind hoch. Das wird sich vermutlich bald ändern: Mediziner setzen zunehmend auf die therapeutische Wirkung der Hanfpflanze – vor allem auf den Wirkstoff Cannabidiol (CBD). Er ist neben dem bekannten Tetrahydrocannabinol (THC) der Hanf-Wirkstoff, der am effektivsten gegen Erkrankungen wirkt.“

Wunderstoff CBD: Kommt jetzt Cannabis als Medikament für alle?

70 Jahre lang war Haschisch als berauschende Droge geächtet. Heute denken viele Mediziner anders und schätzen die therapeutische Wirkung der Hanfpflanze. Henrik Sprengel berichtet auf dem DLD Summer über die Vorteile von Cannabis als Medizinprodukt.

- Cannabis wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.
- Das Cannabinoid CBD ist nicht psychoaktiv.
- Das macht Medikamente auf Cannabisbasis zum vielversprechenden Forschungsansatz.

Seit Jahrhunderten setzen viele Kulturen aus aller Welt auf Medikamente auf Cannabisbasis. Doch in Deutschland dürfen derzeit nur 370 Patienten mit Ausnahmegenehmigung Cannabis legal erwerben und konsumieren.

Noch immer ist Cannabis als Rauschdroge in Verruf. Die Hürden für Kranke, legal an den Stoff zu kommen, sind hoch. Das wird sich vermutlich bald ändern: Mediziner setzen zunehmend auf die therapeutische Wirkung der Hanfpflanze – vor allem auf den Wirkstoff Cannabidiol (CBD). Er ist neben dem bekannten Tetrahydrocannabinol (THC) der Hanf-Wirkstoff, der am effektivsten gegen Erkrankungen wirkt.

Hilfe für Schmerzpatienten

Beide Stoffe – THC und CBD – wirken krampflösend, entzündungs- und schmerzlindernd. Anders als THC hat CBD keine psychoaktive, halluzinogene Wirkung. Auch die typischen Nebenwirkungen von THC wie Schwindel, Gedächtnisverlust, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen treten nach dem Konsum von CBD meist nicht auf.

Daher sind CBD-Produkte legal und als Nahrungsergänzungsmittel im Handel. CBD unterliegt in Deutschland nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Dennoch hilft es Schmerzpatienten wie Multiple-Sklerose- oder Rheuma-Erkrankten ebenso gut, ihre Schmerzen zu verringern, wie verschreibungspflichtige Medikamente.

„Die Zukunft möchte keine Schmerzen“, sagt Sprengel auf dem DLDsummer. Und dabei könne Cannabis helfen.

Wirksam gegen Autoimmun- und psychische Erkrankungen

Andere Studien belegen, dass Cannabis-Medikamente auch Patienten mit AIDS, Hepatitis, Tourette-Syndrom, Autoimmunerkrankungen oder psychiatrischen Symptomen helfen, ihre Leiden zu lindern oder das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Cannabis hat ein großes Potenzial, aber noch fehle es an genügend Forschung, sagt Henrik Sprengel, Vortragender auf dem DLDsummer und Mitbegründer der Kalapa Holding. Die Firma bewirtschaftet Hanffelder in Andalusien, gewinnt aus den Pflanzen das therapeutisch wirksame Cannabidiol und unterstützt Forschung, die sich mit der Wirksamkeit von Cannabis als Medizinprodukt beschäftigt.

Da Medizin und Wissenschaft die therapeutischen Fähigkeiten von Cannabis lange Zeit ignoriert haben, gibt es nur wenige offizielle Studien zur Wirksamkeit der unterschiedlichen Einnahmeformen. Diese sind zwar vielversprechend, für die Pharmaindustrie ist die Erforschung dennoch relativ uninteressant. Auf Pflanzen kann man kein Patent anmelden.

Die Bundesregierung will den Konsum von Cannabis für schwer kranke Schmerzpatienten erleichtern. Ein entsprechendes Gesetz ist in Vorbereitung. Damit sollen Patienten ab 2016 legal Cannabis erhalten. Seit vergangener Woche hat Frankfurt als erste deutsche Stadt eine Beratungsstelle, die Schmerzpatienten dabei helfen soll, legal an Cannabis zu gelangen.

Bislang dürfen zwar laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) „in Deutschland zugelassene Fertigarzneimittel auf Cannabis-Basis hergestellt und auf Betäubungsmittel (BtM)-Rezept verschrieben werden“. Genehmigt hat die zuständige Bundesopiumbehörde allerdings nur die Hälfte der seit 2005 rund 700 eingereichten Anträge. Und auch dann mussten die Patienten die Kosten selbst tragen.

Großes Potenzial

In San Francisco forschen Wissenschaftler derzeit daran, wie CBD gegen Krebs-Metastasen helfen kann. In Tierversuchen konnten die Forscher bereits nachweisen, dass der Wirkstoff das Wachstum der Geschwüre eindämmt – sogar in einem Spätstadium. Offenbar schaltet CBD diejenigen Gene aus, die für das Wachstum der Metastasen verantwortlich sind. Noch fehlen klinische Studien mit Patienten.

Kritiker geben zu bedenken: Die Freigabe fördere den Drogenkonsum. Doch das ist nicht zwangsläufig so. Eine erst in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie ergab, dass die Cannabis-Freigabe als Arzneimittel nicht zu einem erhöhten Drogenkonsum führe. Derartige Sorgen seien unbegründet, schreiben die Wissenschaftler um Deborah Hasin von der Columbia-Universität in New York.

Die Forscher analysierten Daten von mehr als einer Million Jugendlichen aus 48 Staaten der USA zwischen 1991 und 2014. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht. Demnach fanden keinen Hinweis darauf, dass Jugendliche in den 21 Staaten mehr kiffen, die Marihuana für medizinische Zwecke legalisiert haben.

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