Wie kann ich eine Kostenübernahme beantragen?

Seit März 2017 können Patienten Cannabis legal aus der Apotheke beziehen. Einen Anspruch auf Versorgung mit medizinischem Cannabis hat jeder, der gesetzlich Krankenversichert ist. Folgende Voraussetzungen müssen vorliegen

  • es handelt sich um eine schwerwiegende Erkrankung

  • es ist keine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Therapie verfügbar

  • und eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbar positive Entwicklung auf den Krankheitsverlauf oder schwerwiegende Symptome, sollte gegeben sein

Bei der ersten Verordnung von Cannabis soll eine Genehmigung der Krankenkasse eingeholt werden. Nach dem Wortlaut des § 31 Abs. 6 SGB 5 darf die Versorgung mit Cannabis durch die Krankenkasse nur in begründeten Einzelfällen abgelehnt werden.

Um aber auch die oft existenziell benötigte Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zu bekommen, bedarf es einiger Schritte, die wir Ihnen hier aufzeigen werden.

Der Antrag: Da der Patient der direkte Vertragspartner der GKV ist, muss auch dieser einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Dieser sieht im Idealfall einfach aus.

Jetzt ist die Krankenkasse am Zug. Diese hat in der Regel 3 Wochen Zeit, den Antrag zu bescheiden. Wenn der Sachbearbeiter aber meint, dass auch er Hilfe bei der Entscheidung benötigt und auch das ist der Regelfall, denn er ist Sachbearbeiter und hat keinerlei medizinische Ausbildung, hat er zwei Wochen mehr Zeit. Also insgesamt fünf Wochen.

Er bittet einen Arzt, der unter Vertrag der gesetzlichen Krankenkassen steht (MdK), um eine Stellungnahme/Empfehlung. Kein Gutachten, keine Begutachtung - eine Empfehlung! Nicht mehr und nicht weniger. Der MDK-Vertragsarzt hat zu prüfen, ob die sozialmedizinischen Voraussetzungen vorliegen und ob das Behandlungsziel nur durch dieses Arzneimittel zu erreichen ist.

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