Liebe Leserin, lieber Leser,

Diese Ausgabe befasst sich unter anderem mit einem Artikel aus der Deutschen Apotheker Zeitung, der die Frage analysiert, ob es sich bei der Basis für die weit verbreitete Vorstellung einer teuren Behandlung mittels Cannabisblüten im Vergleich zu Standardpräparaten tatsächlich um Fakten oder Gefühle handelt. Die Autorin hat bei den Krankenkassen nachgehakt und keine Belege für eine faktische Grundlage erhalten, dass eine Therapie mit Cannabisblüten teurer ist.

Zwei Artikel im Ärzteblatt Sachsen zur medizinischen Verwendung von Cannabis arbeiten ebenfalls neben Fakten sehr stark mit Gefühlen, vor allem mit der Angst vor einer Verbreitung des Cannabiskonsums. Es entsteht der wenig schmeichelhafte Eindruck, dass Sachsen auch im Bereich Cannabis als Medizin anders tickt als der Rest der Republik. Es gelingt zwei Autoren sogar, mit einem historischen Schlenker die Scharia, die traditionelle islamische Gesetzgebung, in einen Beitrag zu Cannabis in der Schmerz- und Palliativmedizin zu integrieren.

Das Bundesversicherungsamt hat die Genehmigungspraxis der Krankenkassen bei Anträgen auf eine Kostenübernahme untersucht. Grundsätzlich habe sich die Genehmigungspraxis danach bewährt. Es gäbe aber auch Mängel. So wurde unter anderem gerügt, dass einige Kassen eine einmal genehmigte Kostenübernahme später wieder zurückziehen.

Viel Spaß beim Lesen!
Franjo Grotenhermen

ACM-Mitteilungen 14-tägig

  • Studie der Charité zu CBD bei Schizophrenie

    Die Charité in Berlin sucht Patienten mit Schizophrenie, die an einer Studie zur Wirksamkeit von Cannabidiol (CBD) teilnehmen möchten. Cannabidiolstudie Hintergrund der Studie Noch immer verursachen herkömmliche Antipsychotika zu häufig...

  • Wem gehören die Cannabis-Firmen?

    Nach einer aktuellen Pressemitteilung firmiert die Pedanios GmbH Deutschland nunmehr als Aurora GmbH. Auch bei vielen anderen Firmen hat es Übernahmen sowie Fusionen und damit Konzentrationen auf wenige große Cannabisfirmen gegeben. Mittlerweile...

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Informationen zur Petition

„Ärztinnen und Ärzte sollen entscheiden dürfen, ob eine Therapie unter Verwendung von Cannabis notwendig oder sinnvoll ist“, betont Dr. Franjo Grotenhermen.

Die Petition fordert den Bundestag auf, das Betäubungsmittelgesetz dahingehend zu ändern, dass Patientinnen und Patienten, bei denen aus ärztlicher Sicht eine Behandlung mit Cannabis oder Cannabinoiden medizinisch indiziert ist, nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden dürfen. Als Nachweis soll ein ärztliches Attest dienen.

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Informationen zu Cannabis

 

Bei welchen Indikationen dürfen cannabishaltige Arzneimittel verordnet werden?

Das Gesetz macht keine Vorgaben zu den für eine Verordnung zugelassenen Indikationen.

Die medizinische Kenntnisslage zu den verschiedenen möglichen Anwendungsgebieten von Cannabis sind sehr uneinheitlich. Für Übelkeit und Erbrechen bei Krebschemotherapie, Appetitlosigkeit und Abmagerung bei HIV/Aids, bei chronischen, vor allem neuropathischen Schmerzen sowie Spastik bei multipler Sklerose und Querschnittserkrankungen ist sie gut, für andere wie Epilepsie, Juckreiz und Depressionen eher schlecht. Allerdings...

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Cannabidiol bei Angststörungen

Fotolia_56682672_Subscription_XLDas gesteigerte Interesse am therapeutischen Potenzial des nicht psychotrop wirkenden CBD bei einer Vielzahl von Indikationen (Epilepsie, Entzündungen, Schizophrenie, et cetera) lässt sich bereits daran ablesen, dass sich pharmazeutische Firmen zunehmend für dieses Cannabinoid interessieren. So hat das israelische Unternehmen Tikun Olam eine Cannabissorte entwickelt, die 15,8 % CBD und weniger als ein Prozent THC enthält. Das britische Unternehmen GW

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Teilnahme am Straßenverkehr unter Cannabiseinfluss

Wie sieht es nach dem Inkrafttreten des neues Gesetzes aus?

Die momentare gesetzliche Lage ist folgende. Wenn Cannabis aus medizinischen Gründen eingenommen wird, erfolgt bei anschließender Teilnahme am Straßenverkehr keine strafrechtliche Verfolgung - vorausgesetzt, dass gewisse Bestimmungen zur Einnahme eingehalten werden und es zu keinem Unfall oder Auffälligkeiten kommt.

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