Liebe Leserin, lieber Leser,

Je mehr ich darüber lerne, desto mehr Patienten entdecke ich in meiner Praxis, bei denen Cannabis eine ernsthafte Lösung sein könnte“, schrieb mir ein Arzt, der sich auf die interne Mailingliste der ACM für Ärztinnen und Ärzte setzen ließ. Auf der Mailingliste haben sich zurzeit etwa 80 erfahrene und unerfahrene Kollegen eingetragen, die sich über ein breites Spektrum von Themen austauschen, darunter die Wahl eines geeigneten Präparates, mögliche Wechselwirkungen und viele andere Fragen. Die Mailingliste ist geschützt, nichts dringt nach außen, und wir stellen sicher, dass dort wirklich nur Ärztinnen und Ärzte teilnehmen. Viele lesen nur passiv mit, sodass auch sonst niemand aus der Liste erfährt, dass sie in der Liste sind. Andere diskutieren engagiert mit.

Es ist schön zu sehen, dass eine zunehmende Zahl von Kolleginnen und Kollegen cannabisbasierte Medikamente oder Cannabisblüten als Therapieoption betrachten. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht mehrere Fragen von Ärzten zum Thema erhalte.

Gleichzeitig kann ich aber auch die Patienten verstehen, aus deren Sicht es weiterhin überwiegend sehr schwierig ist, einen Arzt zu finden, der bereit ist, entsprechende Medikamente bei ihnen zu verschreiben. Auch dazu bekommt die ACM regelmäßig E-Mails, von Patienten, die frustriert und verzweifelt sind.

Jüngst teilte mir ein Kollege mit, dass er keine AHDS-Patienten mehr mit Cannabis behandeln möchte. Er würde von diesen nicht selten verbal angegriffen. Er sei mit seinen sehr dankbaren Patienten mit neurologischen Erkrankungen und chronischen Schmerzen voll ausgelastet. Ich kenne das auch aus meiner Praxis, dass ADHS-Patienten manchmal ungeduldig, impulsiv und beleidigend sind, und sie sich damit selbst im Weg stehen. Die Impulsivität und Aggressivität sind allerdings Teil ihrer Erkrankung. Oft tut es ihnen dann am nächsten Tag Leid.

Bis vor einem Jahr waren die Preise für unterschiedliche Sorten von Cannabisblüten recht einheitlich. Mittlerweile gibt es erhebliche Unterschiede bei den Einkaufspreisen für Apotheken. So sind die Sorten von Bedrocan und Spektrum Cannabis deutlich günstiger als die von Medreleaf. 10 g der Sorten von Spektrum Cannabis kosten dem Apotheker etwa 85 €, während die Sorten von Medreleaf etwa 120 € kosten, was sich in den Abgabepreisen an Patienten niederschlägt. Einige Apotheken erhalten aufgrund großer Bestellungen Mengenrabatte, sodass die Einkaufspreise im Einzelfall auch deutlich niedriger sein können.

Gegenwärtig gibt es wieder erhebliche Lieferschwierigkeiten für eine Anzahl von Cannabisblüten-Sorten. Das SCM (Selbsthilfenetzwerk Cannabis Medizin) hat dazu einen Mängelmelder ins Netz gesetzt.

Viel Spaß beim Lesen!
Franjo Grotenhermen

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