Liebe Leserin, lieber Leser,

vor 5 bis 10 Jahren lauteten einfallslose Überschriften zum Thema Cannabis noch „Cannabis: Teufelsdroge oder Wundermittel“. Es war der Versuch, mediale Aufmerksamkeit durch einen reißerischen Slogan zu erzielen, zu einer Zeit, in der niemand, der halbwegs ernst zu nehmen war, mehr wirklich in diesen extremen Alternativen dachte.

Wir machen Fortschritte: heute lauten entsprechende Überschriften und Aussagen „Cannabis ist kein Allheilmittel“, in einer Zeit, in der das niemand, der halbwegs ernst zu nehmen ist, behauptet. Alle Ärzte, die sich in diesem Gebiet auskennen, wissen, dass Cannabis zwar ein sehr breites Einsatzgebiet besitzt, aber sehr häufig nicht oder kaum wirkt. Es ist jedoch erfreulich, wenn Teufelsdroge und Wundermittel aus dem Sprachgebrauch weitgehend verschwunden sind.

Wir dürfen davon ausgehen, dass mit einer zunehmenden Normalisierung der Therapie mit Cannabis-Medikamenten und einem realistischen Blick auf die Thematik in den kommenden Jahren die Verwechslung von breitem Einsatzgebiet und Allheilmittel ebenfalls ihre Auflösung finden wird.

Die Zahl der zumindest theoretisch verfügbaren Sorten an Cannabisblüten nimmt weiter zu. Eine gute Übersicht dazu bietet das Forum der ACM. Wir dürfen hoffen, dass die Lieferengpässe im Jahr 2018 mit einer besseren Einschätzung des Bedarfs abnehmen werden.

Der Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) hat sich in der Oktober-
und November-Ausgabe ihrer Zeitschrift Neurotransmitter ausführlich mit dem Thema Cannabis als Medizin befasst.

Es gibt in diesem Jahr auch vermehrt Fortbildungen der Ärzteschaft zum Thema. So wird Prof. Dr. med. Winfried Häuser bei einer Fortbildungsveranstaltung der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft am 27. Januar 2018 in Stuttgart über den „Stellenwert von cannabisbasierten Arzneimitteln und Medizinalhanf in der Inneren Medizin und Schmerztherapie“ referieren.

Der MDK Bayern führt in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Bayern am 7. März 2018 eine Veranstaltung unter dem Titel „Cannabis quo vadis?“ (auf deutsch: Cannabis wohin gehst du?) durch.

Viel Spaß beim Lesen!
Franjo Grotenhermen

ACM Mitteilungen

  • med. Cannabissorten

    Importeure medizinischer Cannabissorten nach Deutschland sind Fagron, Spektrum Cannabis, Pedanios und ACA Müller ADAG Pharma. Die einzelnen Sorten werden als Blüten in 5- oder 10- Gramm-Dosen abgegeben, wobei „granuliert" bereits...

  • Presseschau: Drogen auf Rezept (heise online)

    Heise online berichtete über die weiterhin unbefriedigende Umsetzung des Cannabis als Medizin-Gesetzes vom März 2017. Drogen auf Rezept Ein neues Gesetz macht es möglich: Seit März 2017 können Patienten Cannabis...

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Bei welchen Indikationen dürfen cannabishaltige Arzneimittel verordnet werden?

Das Gesetz macht keine Vorgaben zu den für eine Verordnung zugelassenen Indikationen.

Die medizinische Kenntnisslage zu den verschiedenen möglichen Anwendungsgebieten von Cannabis sind sehr uneinheitlich. Für Übelkeit und Erbrechen bei Krebschemotherapie, Appetitlosigkeit und Abmagerung bei HIV/Aids, bei chronischen, vor allem neuropathischen Schmerzen sowie Spastik bei multipler Sklerose und Querschnittserkrankungen ist sie gut, für andere wie Epilepsie, Juckreiz und Depressionen eher schlecht. Allerdings...

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Cannabidiol bei Angststörungen

Fotolia_56682672_Subscription_XLDas gesteigerte Interesse am therapeutischen Potenzial des nicht psychotrop wirkenden CBD bei einer Vielzahl von Indikationen (Epilepsie, Entzündungen, Schizophrenie, et cetera) lässt sich bereits daran ablesen, dass sich pharmazeutische Firmen zunehmend für dieses Cannabinoid interessieren. So hat das israelische Unternehmen Tikun Olam eine Cannabissorte entwickelt, die 15,8 % CBD und weniger als ein Prozent THC enthält. Das britische Unternehmen GW

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Regionalgruppen

Die Idee von Regionalgruppen ist einerseits, die ACM-Mitglieder einer bestimmten Region mit möglichst bunt und vielfältigen Informationen aus den Bereichen Cannabis als Medizin. zu versorgen.

Anderseits sollen die ACM-Mitglieder über die Regionalgruppen die Möglichkeit haben, sich auch im "richtigen" Leben kennenzulernen. Deshalb treffen sie sich einmal im Monat, beispielsweise jeweils am letzten Donnerstag des Monats, zu einem ungezwungenen Treffen, das nach Lust und Laune besucht werden kann und auch offen sein soll für "Cannabis-Neulinge". Hier kann man sich über die Inhalte der regionalen Aktivitäten austauschen oder einfach plaudern, gemeinsame Unternehmungen ins Auge fassen und andere Mitglieder kennenlernen.

Ich möchte mehr Informationen zur Regionalgruppe:

EmslandSchleswig HolsteinBremenMecklenburg VorpommernBerlinSachsen AnhaltNordrhein WestfalenBaden WürtenbergRheinland PfalzBayernNiedersachsenHessen

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