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ACM-Mitteilungen vom 08. August 2021

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass der erste
umfassende Kurs zur Verwendung von cannabisbasierten Medikamenten in Deutschland am 30. September 2021 an der Dresden International University starten kann. Die Dozent:innen sind die Vorsitzende der ACM, Professorin Kirsten Müller-Vahl, Apotheker Dr. Dennis Stracke und ich.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ärztenetzwerk für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte treffen sich erstmals virtuell am kommenden Mittwoch, den 11. August 2021, um 18:30 Uhr. Gern können sich bis dahin noch weitere Kolleginnen und Kollegen melden, um teilzunehmen oder jederzeit zu einem späteren Termin einsteigen. Als erstes Thema wollen Frau Müller-Vahl und ich neben einer Kennenlernrunde das folgende, immer wieder auftauchende Thema besprechen: "MDK lehnt Kostenübernahme wegen angeblicher Kontraindikation beim Vorliegen psychiatrischer Erkrankungen ab. Was tun? Wie argumentieren? Wie ist die Datenlage?"

Die Mitgliederversammlung der ACM wird in diesem Jahr am 18. September 2021 stattfinden. ACM-Mitglieder erhalten eine entsprechende Einladung. Wer noch nicht Mitglied ist und die Arbeit der ACM unterstützen möchte, kann hier Mitglied werden.

In diesem Rahmen wird es weitere Treffen geben, unter anderem der nunmehr ACM-zertifizierten Berater und Beraterinnen, die ein Jahr lang erfolgreich an einem der beiden parallel stattgefundenen Kurse teilgenommen haben. Insgesamt hat sich das Konzept gut bewährt. Wir werden aber bei zukünftigen Kursen aufgrund der bisherigen Erfahrungen kleine Veränderungen vornehmen. Leider können wir noch keine Termine für neue Kurse bekannt geben, da wir Kursleiter gegenwärtig zeitlich sehr eingespannt sind. Wir haben eine Warteliste mit bisher mehr als 20 Interessierten, so dass sicherlich wieder zwei Parallelkurse stattfinden werden.
Für eine Aktion zum Thema Cannabis in Führerschein suchen wir Patienten, die cannabisbasierte Medikamente vom Arzt verschrieben bekommen und dennoch ihren Führerschein verloren haben. Schreiben Sie mir bitte eine E-Mail an info@arbeitsgemeinschaft-cannabis-medizin.de.

Und zum Abschluss eine Bitte: Falls Sie noch nicht teilgenommen haben, machen Sie mit bei der Freundlichen Aktion! Noch nie war sie so wertvoll wie heute. Dabei sollte es insbesondere darum gehen, Bundestagskandidaten von SPD und CDU/CSU zu kontaktieren, da sich FDP, Linke und Grüne bereits klar positioniert haben. Aber auch diese können kontaktiert werden. Auch Politikerinnen und Politiker freuen sich darüber, wenn man Ihnen am eigenen Beispiel zeigt, dass sie selbst und/oder ihre Partei auf dem richtigen Weg sind.

Viel Spaß beim Lesen!

Franjo Grotenhermen

Inhalt:

Kurs zu Cannabis als Medizin an der Dresden International University

Ab Herbst 2021 bietet die Dresden International University gemeinsam mit dem Kooperationspartner Telaleaf einen Mikro-Zertifikatskurs zum Thema „Das A-Z der Cannabis-basierten Therapie", der alle relevanten Fragen zum Thema aufgreift und beantwortet!

Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 25 begrenzt, um für einen optimalen Lernerfolg zu sorgen. Die Kursgebühr, die normalerweise bei 975 € liegen würde, wird aufgrund eines großzügigen Sponsorings vermutlich nur 300 € betragen. Der Umfang des Sponsorings wird in den kommenden Tagen geklärt. Die Kursgebühr beinhaltet umfangreiche Materialien, insbesondere die beiden beliebten Bücher:
Cannabis: Verordnungshelfer für Ärzte
und:
Cannabis und Cannabinoide in der Medizin

Es wird nach einer erfolgreichen Teilnahme reichlich CME-Punkte geben. Die exakte Höhe wird gerade zwischen der Dresden International University und der zuständigen Ärztekammer geklärt.

Der Kurs behandelt alle Fragen rund um den Einsatz und die Verordnungsfähigkeit Cannabis-basierter Medikamente. Ein umfassender Überblick zum Stand der Forschung, Physiologie und Wirkungsweise sowie zur Biochemie und Pharmakologie kombiniert mit den Vorgaben, die bei der Verordnung des Betäubungsmittels zu beachten sind.

Kernelement des neuen Zertifikats-Kurses stellt, neben der Vermittlung des aktuellen Standes der Wissenschaft, die Diskussion mit den Teilnehmenden zu praktischen Fragen aus dem beruflichen Alltag dar. Von besonderem Wert wird für die Teilnehmenden nicht nur die langjährige klinisch-praktische und wissenschaftliche Erfahrung der Dozent:innen sein, sondern auch deren herausragende Kenntnis zur Entstehung des Cannabis-Gesetzes und der aktuellen politischen und rechtliche Lage.

Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl, Dr. Franjo Grotenhermen und Dr. Dennis Stracke leiten diesen umfassenden, praxisorientierten und interdisziplinären Zertifikatskurs für Ärzt:innen, Pharmazeut: innen und Personen weiterer relevanter Berufsgruppen, die an der Verordnung und Behandlung mit Cannabinoid-haltigen Arzneimittel interessiert sind.

Sie wollen:
– umfassende und profunde Kenntnisse zu allen Aspekten der Cannabis-basierten Therapie vermittelt bekommen?
– alles über eine sachgerechte und verantwortungsbewusste Behandlung mit allen derzeit verschreibungsfähigen Cannabis-basierten Medikamenten erfahren?
– einen umfassenden Überblick zum Stand der Forschung, Physiologie und Wirkungsweise von Cannabis bekommen?

Dann melden Sie sich direkthier für den Kurs an.

Presseschau: Cannabis-Studie I Apothekenteams: Verstärkter Wunsch nach Cannabis-Legalisierung (aposcope. Apotheke verstehen.)

Im Bundestag gibt es aktuell noch keine Mehrheit für eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Anders bei Apotheker:innen und PTA: In einer Marktanalyse von apocope sprechen sich 64 Prozent der Befragten für eine Legalisierung von Cannabis zum Freizeitkonsum aus. Allerdings nur wenn die Apotheker damit selbst daran verdienen können und die Abgabe entsprechend geregelt ist.

Cannabis-Studie I Apothekenteams: Verstärkter Wunsch nach Cannabis-Legalisierung

Bereits zum dritten Mal veröffentlicht aposcope eine Marktanalyse zum Thema „Zukunftsmarkt Medizinisches Cannabis – Insights aus der Apotheke“. In den vergangenen zwölf Monaten stieg die Zustimmung im Apothekenteam für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland um 10 Prozentpunkte von 54 Prozent auf 64 Prozent. In der Berufsgruppe der Pharmazeutisch-technischen Assistent:innen (PTA) stimmen sogar 70 Prozent für „Genusscannabis“.

Doch die Legalisierung soll nicht vollends unreglementiert erfolgen. Fast alle Befürworter:innen sind für eine Legalisierung mit Einschränkungen, wie die ausschließliche Abgabe über Apotheken (83 %), die Festlegung von Höchstmengen (76 %) und Altersbeschränkungen (71 %).

Erfahrungen haben die mehr als 19.000 Vor-Ort-Apotheken in Deutschland bereits bei der Belieferung von Medizinalcannabis-Rezepten gemacht. Die größte Herausforderung bei der Belieferung von Cannabis-Rezepten ist nach wie vor die Abrechnung/Retaxierung (61 %). Gefolgt von fehlerhaften ärztlichen Verordnungen (60 %) und einem hohen Aufwand rund um die Abgabe (59 %). Daraus ergibt sich ein hoher Schulungswunsch von Apotheker:innen und PTA zu den Themen „Abrechnung“ und „Rechtliches“.

Hinweis zur Methodik
Für die aposcope-Studie „Zukunftsmarkt Medizinisches Cannabis – Insights aus der Apotheke 2021“ powered by BvCW wurden vom 28. Juni bis 01. Juli 2021 insgesamt 500 verifizierte Apotheker:innen und PTA online befragt. Dabei beantworteten die Teilnehmer:innen mehr als 50 Fragen zu verschiedenen Themen rund um das Arzneimittel. Neben der Einstellung zu Cannabis als Therapieoption und den Herausforderungen bei der Rezeptbelieferung wurden außerdem die Bereiche Information/Fortbildung, Organisation im Team und Zusammenarbeit mit Ärzt:innen sowie die Meinungen der Panelist:innen zu verschiedenen Anbietern abgefragt. Die gesamte Studie mit weiteren aufschlussreichen Informationen inklusive detaillierten Daten und Diagrammen kann zum Preis von 990,00 Euro netto unter marktforschung.aposcope.de erworben werden. Alle Informationen zur Studie gibt es hier .

Presseschau: Deutlicher Anstieg der deutschen Importe medizinischer Cannabisblüten im Vergleich zum Vorjahr (BusinessCANN)

Trotz eines Rückgangs der Importe von Cannabisblüten im ersten Quartal 2021 verzeichnet der deutsche Markt für medizinisches Cannabis weiterhin ein lebhaftes Wachstum, wobei die Zahlen für ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 83 % gestiegen sind

In 1. Quartal 2021 erreichten die Gesamtimporte etwa 3,3 Tonnen, gegenüber etwa 3,5 Tonnen im 4. Quartal 2020. Die Zahl für 1. Quartal 2021 liegt jedoch weit über der Gesamtzahl der Importe im gleichen Zeitraum des letzten Jahres von etwa 1,8 Tonnen kg.

Deutlicher Anstieg der deutschen Importe medizinischer Cannabisblüten im Vergleich zum Vorjahr

Pia Marten, Geschäftsführerin des deutschen Cannabis-Großhändlers Cannovum, glaubt, dass der leichte Rückgang in der ersten Hälfte des Jahres 2021 auf gesetzliche Bestimmungen und Anbaumuster zurückzuführen ist.

Sie sagte: "Der Rückgang der Blütenimporte im ersten Quartal dieses Jahres hat meiner Meinung nach regulatorische Gründe. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Lizenz für eine maximale Menge an importierten Blumen pro Jahr.

"Das BfArM verteilt diese Menge dann an alle medizinischen Cannabisunternehmen.

"Die Medizinal-Cannabis-Unternehmen versuchen, ihre Importe auf das ganze Jahr zu verteilen und beginnen lieber mit einem kleineren Import, um genügend Spielraum für die restlichen drei Quartale zu haben. Dies deckt sich mit den Importdaten des BfArM, die für das erste Quartal 2020 ein geringes Importvolumen ausweisen.

"Das zweite Quartal zeigt einen Anstieg der Importe aufgrund der Ernte des natürlichen Anbauzyklus. Der Rückgang der Importe im dritten Quartal ist auf die bereits erwähnte Importbegrenzung zurückzuführen.
Blumen sind die beliebteste Versandart in Deutschland

"Im vierten Quartal 2020 hat das BfArM eine höhere Cannabis-Importmenge beantragt, so dass die medizinischen Cannabisunternehmen den Überschuss in diesem letzten Quartal importieren können.

"Wenn wir das gesamte Marktwachstum betrachten wollen, müssen wir das erste Quartal dieses Jahres mit dem ersten Quartal 2020 vergleichen, was uns ein Importwachstum von +83,5% zeigt. Folgt man dem Gedankengang, den ich dargelegt habe, dürfte dies einer der niedrigsten Importe des Jahres 2021 sein, so dass wir einen expandierenden Markt haben."

In den letzten Wochen gab Tilray bekannt, dass es das erste selbst angebaute medizinische Cannabis auf den deutschen Markt liefert, und dieses zusätzliche inländische Angebot wird die Importzahlen im Laufe der Zeit verringern.

Die deutschen Behörden haben eine anfängliche jährliche Obergrenze von 2,6 Tonnen festgelegt. Conor O’Brien, Industrieanalyst bei Prohibition Partners, sagt, dass der Markt immer noch unter den Erwartungen liegt.

Er sagte: "Wir schätzen, dass die Akzeptanz von medizinischem Cannabis in Deutschland bei etwa 0,15 % der Bevölkerung liegt, was eine ganze Größenordnung unter den in den USA beobachteten Werten ist.

"Die Gründe dafür liegen wahrscheinlich darin, dass die Hürden für die Beschaffung von medizinischem Cannabis in Deutschland höher sind; die Verschreibungsfristen sind kürzer, die Ärzte verschreiben seltener Cannabis und die Apotheken führen seltener Cannabis, während es in den USA flächendeckend Dispensaries gibt."

"Die jüngste Einführung von etwas billigerem, im Inland hergestelltem Cannabis auf dem Markt wird einen gewissen Druck auf die Preise im ganzen Land ausüben, was zu einer höheren Inanspruchnahme durch die Patienten führen könnte, allerdings mit geringeren Gewinnspannen für die Anbieter."

Presseschau: Drapalin importiert als erster europäischer Großhändler medizinisches Cannabis aus Afrika – und schreibt damit Geschichte (apotheke adhoc)

Drapalin, ein Großhändler aus München hat ab sofort die erste EU-konforme medizinische Cannabissorte aus Afrika im Portfolio. Das im südafrikanischen Binnenstaat Lesotho produzierte Medizinalcannabis wird aktuell exklusiv von Drapalin nach Deutschland importiert.

DRAPALIN importiert als erster europäischer Großhändler medizinisches Cannabis aus Afrika – und schreibt damit Geschichte

Bei den nicht bestrahlten Blüten handelt es sich um eine hybride Sorte aus White Lemon und der lokalen Sorte Marakabei Local mit THC Gehalt zwischen 18% und 22%. Der Wirkstoff ist von nachgewiesener pharmazeutischer Qualität und entspricht somit den hohen europäischen Anforderungen. Um dies sicherzustellen, lässt Drapalin jede Charge des importierten Wirkstoffs nach der Einfuhr ein weiteres Mal in einem zertifizierten deutschen Labor testen. Die Qualitätssicherung ist fester Bestandteil des Unternehmenskonzeptes und wesentliche Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern sowie nicht zuletzt für die Gewährleistung der Patientensicherheit.

Apotheken können den Wirkstoff in den Packungsgrößen 30 g und 120 g entweder als Bulkware im Beutel oder in einem Rezeptur-Kit mit zertifizierten Dosen bestellen. Die Bestellung kann über die MSV3-Schnittstelle oder über das Bestellformular im Bereich für Fachkreise auf der Website von DRAPALIN erfolgen. Auch eine Bestellung per Fax und per E- Mail an bestellung@drapalin.de ist möglich.

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