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ACM-Mitteilungen vom 7. Februar 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie immer, wenn eine Liberalisierung im Cannabisbereich erfolgt, ist die Sorge groß, der Konsum und die Gefahren durch Cannabis könnten zunehmen. Eine Untersuchung aus der Universitätsklinik Hamburg zeigt, dass zumindest in den ersten acht Monaten nach der Teillegalisierung in Deutschland keine relevanten Auswirkungen auf den Konsum sowie auf die Teilnahme am Straßenverkehr unter dem Einfluss von Cannabis festgestellt werden konnte. Wie so oft sind die Sorgen durch eine Lockerung größer als die realen Gefahren.

Heiter weiter

Franjo Grotenhermen

Vorstandsvorsitzender

 

Qualifikation zum ACM-zertifizierten Cannabisarzt/zur ACM-zertifizierten Cannabisärztin

Die ACM-Akademie fast Kurse und Fortbildungsangebote der ACM für medizinische Laien und Patienten sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, insbesondere Ärzte, zusammen.

Am 4. Februar 2026 haben wir im Rahmen der mittwöchlichen Ärztefortbildung ein Konzept für einen Kursus zur Qualifizierung zum ACM-zertifizierten Cannabisarzt vorgestellt. Das Interesse war groß. Wir wollen diese Möglichkeit der Qualifizierung daher nicht auf die lange Bank schieben und bereits im März 2026 starten. Es ist jedoch unproblematisch, wenn ein Teilnehmer erst im April einsteigt.

 

Der Kursus umfasst:

– 11 Online-Vorträge von März 2026 bis Januar 2027 (jeweils 1. Mittwoch)

– 11 Online-Wiederholungsessions von März 2026 bis Januar 2027 (jeweils 3. Mittwoch)

– Ganztägige Präsenzveranstaltung

– Online-Prüfung mit 50 Multiple Choice- Fragen

Ort: Online und Offline

Kosten: 500 €; 250 € ermäßigt (ACM-Mitglieder, Geringverdiener)

Maximale Teilnehmerzahl: 30

Anmeldung und Rückfragen: info@arbeitsgemeinschaft-cannabis-medizin.de 

 

  1. A) Monatliche Vorträge

An jedem 1. Mittwoch im Monat gibt es einen 60-minütigen Vortrag inklusive Diskussion. Zu den Referenten zählen Professorin Kirsten Müller-Vahl, Professor Beat Lutz, Rechtsanwalt Sebastian Glathe, Professor Oliver Tolmein, Dr. Franjo Grotenhermen und weitere.

– Entwicklung der rechtlichen Grundlagen  

– Endocannabinoidsystem

– Kostenübernahmeantrag bei der GKV

– Verschreibungsfähige Medikamente

– Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Kontraindikationen, Wechselwirkungen

– Pharmakokinetik

– Cannabis als Medizin und Straßenverkehr

– Indikationen

– Endocannabinoid-Modulatoren

– Weitere Cannabinoide (CBD, CBG, CBC) und Terpene

– Cannabinoide in der Kinderheilkunde

  1. B) Wiederholung des Vortragsthemas und Fallbesprechungen

An jedem 3. Mittwoch im Monat wird das 2 Wochen zuvor behandelte Thema wiederholt. Die Wiederholung impliziert, dass alle Teilnehmer mindestens einmal im Verlaufe des Kurses eine Präsentation (PowerPoint, Word) erstellen. Ein Teil der Teilnehmer wird damit einen Vortrag halten. Neben der systematischen Wiederholung sollen konkrete Fälle besprochen werden.

  1. C) Ganztagsveranstaltung von ACM und BPC (Bund Pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen)

In den vergangenen Jahren haben BPC in Zusammenarbeit mit ACM und Medical Tribune eine ganztägige Präsenz-Veranstaltung für Ärztinnen und Ärzte zur medizinischen Verwendung von Cannabis und Cannabinoiden durchgeführt. Die Veranstaltung hat immer in verschiedenen Städten stattgefunden, um möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit zur Teilnahme zu erleichtern. Bisher gibt es noch keine konkrete Planung für dieses Jahr. Es besteht die Möglichkeit, einen Fahrtkostenzuschuss zu erhalten. Sollte in diesem Jahr keine solche Veranstaltung stattfinden können, so wird es eine Alternative (Online-Intensivworkshops) geben.

  1. D) Online-Prüfung mit Multiple Choice-Fragen

Der Kursus schließt im Februar 2027 mit einer Prüfung ab. Die Prüfung umfasst 50 MC-Fragen, die online beantwortet werden. Zeitdauer: 2 Wochen (6. bis 20.2.2027). 38 Fragen müssen korrekt beantwortet werden.

 

Presseschau: Studie: Acht Monate nach Cannabis-Teillegalisierung keine Auswirkungen festzustellen (Pressemitteilung Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf)

Eine Befragung, die in Deutschland und Österreich vor und nach der Teillegalisierung durchgeführt wurde, zeigte dass sich 8 Monate nach Beginn der Teillegalisierung keinen Hinweis auf eine relevante Veränderung des Cannabiskonsums ergab. Zudem haben etwas weniger Menschen unter Cannabiseinfluss am Straßenverkehr teilgenommen.

Acht Monate nach Cannabis-Teillegalisierung keine Auswirkungen festzustellen

Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben die kurzfristigen Auswirkungen der Cannabis-Teillegalisierung für Erwachsene in Deutschland untersucht und dabei keine signifikanten Änderungen zur Zeit vor der Gesetzesänderung festgestellt. Grundlage waren Daten einer Bevölkerungsbefragung, die in Deutschland und Österreich vor und nach der Teillegalisierung durchgeführt wurde, wobei der Cannabis-Besitz in Österreich weiterhin verboten ist. Laut der Studie stieg in Deutschland der Cannabis-Konsum von 12,1 auf 14,4 Prozent unter den 18- bis 64-Jährigen an; in Österreich war der Anstieg trotz Verbots vergleichbar. Unter den Menschen, die Cannabis mindestens einmal im Monat konsumierten, fuhren in Deutschland leicht weniger Menschen unter Cannabis-Einfluss Auto als vor Inkrafttreten der Legalisierung und vor Festlegung eines für den Straßenverkehr geltenden neuen Grenzwertes des Cannabis-Wirkstoffes THC (Tetrahydrocannabinol) im Blut – auch hier stellten die Forschenden keinen signifikanten Trendunterschied zu Österreich fest. Bei etwa 22 Prozent der Fahrten unter Cannabis-Einfluss wurden zusätzlich Alkohol oder andere Substanzen konsumiert. Während solche Mischkonsum-Fahrten insbesondere auf wöchentlich Konsumierende zurückgingen, waren Fahrten allein unter Cannabis-Einfluss bei täglich Konsumierenden am häufigsten. In Deutschland wurde im April 2024 der Anbau und Besitz von Cannabis für Erwachsene teilweise legalisiert. Außerdem wurde im August 2024 ein neuer Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum im Straßenverkehr gesetzlich festgelegt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden im Fachmagazin The Lancet Regional Health – Europe.

Weitere Meldungen der vergangenen Wochen

Cannabiskonsum erhöht bei älteren Menschen das Gehirnvolumen (Forschung und Wissen)

White Paper zur medizinprodukterechtlichen Risikoklassifizierung und zu weiteren regulatorischen Anforderungen in Deutschland an Vaporisatoren zum Verdampfen von cannabinoidhaltigen Zubereitungen oder Cannabisblüten zur inhalativen Verabreichung (Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V.)

Public attitudes and lifetime home cannabis cultivation – a survey after legalization in Germany [Öffentliche Meinung und lebenslanger Cannabisanbau zu Hause – eine Umfrage nach der Legalisierung in Deutschland] (ScienceDirect/International Journal on Drug Policy)

Cannabis hilft bei Migräneattacken (Deutsche Apotheker Zeitung)

Sterilization Does Not Fully Remove Toxic Fungi From Cannabis [Durch Sterilisation werden giftige Pilze nicht vollständig aus Cannabis entfernt.] (Technology Networks)

Warum immer mehr Patienten auf medizinisches Cannabis statt Schlaftabletten setzen (Nürnberger Nachrichten)

 

 

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