ACM e.V.Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.
ACM-Magazin · Ausgabe 2026

Cannabis als Medizin

Ein fundierter Überblick zu Einsatzgebieten, Präparaten, Dosierung, Recht und Mitgliedschaft — als zugänglicher Online-Reader und PDF.

03 · PraxisInhalation oder orale Einnahme

Inhalation oder orale Einnahme

Cannabis wird überwiegend in Form von Blüten inhaliert oder oral — insbesondere als Tropfen — eingenommen. Wichtig ist immer: Cannabis muss vor der Aufnahme ausreichend lang erhitzt worden sein, sonst entsteht das wirksame THC nicht.

wenige Sek.–Min.Wirkbeginn · Inhalation
2–3 Std.Wirkdauer · Inhalation
30–90 Min.Wirkbeginn · Oral
4–8 Std.Wirkdauer · Oral

In Cannabis liegt THC meistens zu mehr als 95 % als inaktive Carboxylsäure vor, die durch Erhitzen in das wirksame THC umgewandelt wird.

Inhalation

Nach der Inhalation tritt die Wirkung nach wenigen Sekunden bis Minuten ein und hält 2–3 Stunden an. Die maximale Wirkung wird nach 20–30 Minuten beobachtet. Aufgrund der schnell eintretenden Wirkung ermöglicht die Inhalation eine bessere Dosierung als die Aufnahme über den Magen. Beim Rauchen einer Cannabiszigarette gelangen 10–30 % des THC in die Blutbahn.

Vaporizer

Die Schädigung der Atemwege durch Verbrennung kann durch elektrische Vaporizer verringert werden — das Kraut wird nicht verbrannt, sondern verdampft. Zwei Geräte sind als Medizinprodukte zugelassen: Volcano Medic und Mighty Medic (Storz und Bickel).

Orale Einnahme

Beim Essen und Trinken wird der größte Teil des THC über den Magen-Darm-Trakt ins Blut aufgenommen. Die Wirkung tritt 30–90 Minuten verzögert ein, hält aber länger an: 4–8 Stunden, nach hohen Dosen länger. Einige körperliche Wirkungen können 12–24 Stunden anhalten.

Ein großer Vorteil der oralen Aufnahme ist das Ausbleiben von Atemwegsschäden. Durch die gleichzeitige Einnahme von Fett kann die Bioverfügbarkeit oral eingenommener Cannabinoide verbessert werden — möglicherweise durch direkte Aufnahme in die Lymphgefäße unter Umgehung der Leber.

Da THC nicht in Wasser löslich ist, sollte beim Backen und Kochen mit Cannabis Fett zugesetzt werden — bei einer Teezubereitung beispielsweise etwas Sahne.

Cannabis-Tee

Die Ausbeute kann deutlich verbessert werden, wenn die Cannabisblüten vor der Teezubereitung im Backofen für etwa eine halbe Stunde auf etwa 120° C erhitzt werden.

Dann können mit 0,1 - 0,2 g die gleiche Wirkung wie mit 0,5 g ohne Erhitzung erzielt werden.

Niemals über 145° C erhitzen, da THC ab 157° C verdampft.

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