ACM e.V.Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.
ACM-Magazin · Ausgabe 2026

Cannabis als Medizin

Ein fundierter Überblick zu Einsatzgebieten, Präparaten, Dosierung, Recht und Mitgliedschaft — als zugänglicher Online-Reader und PDF.

04 · Recht und SicherheitMögliche Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen

Cannabis wirkt auf viele Organsysteme, sodass eine Vielzahl von Nebenwirkungen auftreten kann. Diese sind jedoch im Allgemeinen nicht gravierend, und Cannabis wird meistens sehr gut vertragen. Bisher ist noch kein Fall bekannt geworden, in dem jemals ein Patient bei einer medizinischen Verwendung von Cannabis gestorben wäre.

Psychische Wirkungen

Sedierung und Müdigkeit. Gehobene und heitere Stimmung, Angstzustände, psychotische Zustandsbilder, gesteigertes Sinneserleben. Denkstörungen, Gedächtnisstörungen, veränderte Zeitwahrnehmung.

Die Grenze für psychische Effekte liegt bei einer oralen Einzeldosis von 5–15 mg THC. Einige Menschen reagieren bereits ab 2,5 mg sensibel; bei Inhalation ab 1–2 mg. Bei Kindern und Jugendlichen sollten Dosen mit psychischen Effekten vermieden werden — das heranwachsende Gehirn ist sensibler. Bei jungen Menschen besteht ein erhöhtes Psychose-Risiko.

Körperliche Effekte

Die Herzfrequenz steigt an; der Blutdruck kann im Stehen abfallen und im Liegen leicht ansteigen. Bei oraler Verwendung therapeutischer Dosen meist keine messbare Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Es gibt jedoch Hinweise auf Herzinfarkte bei Freizeitkonsumenten mit Herzerkrankungen.

Ein besonderer Vorteil des THC: es schädigt innere Organe wie Magen, Leber und Nieren auch in hohen Dosen nicht.

Schwangerschaft

Der Verlauf von Schwangerschaften wird nur geringfügig beeinflusst. Starker und regelmäßiger Konsum kann zu Verkürzung der Schwangerschaftsdauer um etwa eine Woche und zu etwas geringerem Geburtsgewicht führen.

Es können geringfügige Entwicklungsstörungen des Gehirns mit Beeinträchtigungen des Denkens, die sich oft erst nach dem 3. Lebensjahr bemerkbar machen, auftreten. Weitere mögliche akute Nebenwirkungen sind eine Verschlechterung der Bewegungskoordination, Mundtrockenheit und gerötete Augen. Selten treten Übelkeit oder Kopfschmerzen auf.

Abhängigkeit

Cannabis und THC besitzen ein Suchtpotential. Im therapeutischen Rahmen ist Abhängigkeit kein großes Problem. Entzugssymptome sind im Allgemeinen gering — etwa so stark wie beim Tabak.

Nach dem Absetzen großer Dosen wurden Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit, Albträume und in geringem Maße körperliche Symptome (Speichelfluss, Durchfall) für einige Tage beobachtet.

Wenn Ihnen der Gedanke an eine mögliche Abhängigkeit Sorgen bereitet, können Sie die Cannabisprodukte 3 bis 4 Wochen nach Beginn der Therapie für 2 oder 3 Tage absetzen, um zu sehen, wie sich dieser Entzug auswirkt.

Das Gleiche können Sie nach einer längeren Phase der Einnahme wiederholen. So lernen Sie dieses Thema bei sich selbst kennen und gewinnen Sicherheit im Umgang mit THC-haltigen Medikamenten.

Eine Publikation der ACM e. V.13