ACM e.V.Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.
ACM-Magazin · Ausgabe 2026

Cannabis als Medizin

Ein fundierter Überblick zu Einsatzgebieten, Präparaten, Dosierung, Recht und Mitgliedschaft — als zugänglicher Online-Reader und PDF.

03 · PraxisRezepte und Wirkmechanismen

Rezepte und Wirkmechanismen

THCCBDEndocannabinoidsystem

Einfache Rezepte

1 · Cannabis-Tee

Mit Sahne, kurz auf 100 °C

Ein halbes Gramm Cannabisblüten in einen halben Liter kochendes Wasser geben. Etwas Sahne oder Milch hinzu. Zehn Minuten kochen lassen, abseihen und nach Belieben süßen.

Da THC bei der Teezubereitung nur kurz auf 100 °C erhitzt wird, ist die Ausbeute relativ gering — besser: Blüten vorher 30 Minuten bei 120 °C im Backofen erhitzen. Dann erzielen 0,1–0,2 g die gleiche Wirkung wie 0,5 g ohne Vorerhitzung.

2 · Cannabis-Öl

Olivenöl statt Naphtha

In einer holländischen Untersuchung war Olivenöl die optimale Wahl für die Selbsttherapie: preiswert, nicht entflammbar oder giftig — und das Öl muss nur auf 70–90 °C erhitzt werden, sodass keine Überhitzung auftreten kann.

Glasgefäß mit Öl und Cannabis ein bis zwei Stunden in kochendes Wasser stellen. Vor der Zubereitung das Cannabis decarboxylieren (30 Min. bei 120 °C im Backofen).

Wirkmechanismen

Wie THC und CBD im Körper wirken

Die charakteristischen Inhaltsstoffe des Cannabis wirken im menschlichen Körper teils ähnlich wie körpereigene Substanzen — die Endocannabinoide. Das erste wurde 1992 entdeckt und Anandamid getauft (Sanskrit „Glückseligkeit“). Heute sind etwa 200 endocannabinoidähnliche Substanzen bekannt.

THC (Dronabinol)

THC ähnelt in seiner Wirkungsweise dem Endocannabinoid Anandamid, ist jedoch von längerer Dauer. Die Wirkungen werden durch die Bindung an spezifische Cannabinoid-Rezeptoren auf vielen Körperzellen vermittelt — auf Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark, aber auch auf Zellen von Herz, Darm, Lunge, Haut, Harnwegen und weißen Blutkörperchen.

CBD (Cannabidiol)

Die Wirkungsmechanismen von CBD sind vielfältig. CBD bindet an den Cannabinoid-1-Rezeptor, hemmt aber mehrere Wirkungen des THC. Es hemmt die Aufnahme des körpereigenen Cannabinoids Anandamid und steigert so dessen Konzentration. CBD bindet zudem an Vanilloid-Rezeptoren (TRPV1, TRPV2), den Glycin-Rezeptor und GPR55.

Endocannabinoid-System

Bei chronischen Schmerzen oder mangelnder Nahrungsaufnahme nimmt die Konzentration der Endocannabinoide in einigen Hirnregionen zu — ein körpereigener Schutzmechanismus.

Eine Publikation der ACM e. V.11