ACM e.V.Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.
ACM-Magazin · Ausgabe 2026

Cannabis als Medizin

Ein fundierter Überblick zu Einsatzgebieten, Präparaten, Dosierung, Recht und Mitgliedschaft — als zugänglicher Online-Reader und PDF.

01 · EinsatzgebieteIndikationen im Überblick

Wo Cannabis-Medizin wirkt

Spastik
In klinischen Studien gute Beeinflussung der Spastik bei multipler Sklerose, kindlicher Zerebralparese, ALS oder Querschnittserkrankungen — sowie Blasenfunktion, Ataxie, Schmerzen und Zittern.
Tourette-Syndrom
Studien zeigen, dass Cannabisprodukte einigen Patient:innen mit Tourette sehr gut helfen — sowohl die Tics als auch der psychische Druck. Auch andere Tic-Störungen sprechen an.
Bewegungsstörungen
Positive Studien bei hyperkinetischen Bewegungsstörungen. Bei Dystonie und Parkinson sind die Ergebnisse widersprüchlich.
Chronische Schmerzen
Wirksam bei neuropathischen Schmerzen, Neuralgien, Phantomschmerzen, entzündlich bedingten Schmerzen, Fibromyalgie sowie schmerzhaften Spasmen.
Migräne & Clusterkopfschmerz
Übliche Schmerzmittel sind häufig unwirksam. Für einen Teil der Patient:innen stellen Cannabisprodukte eine gute Alternative dar.
Appetitlosigkeit
Ein appetitanregender Effekt bei Aids und Krebs wird häufig bereits bei geringen Tagesdosen von 2,5-5 mg THC beobachtet. Auch bei Hepatitis C und Magen-Darm-Erkrankungen mit Appetitlosigkeit und Ekel vor der Nahrung, sowie bei Nahrungsverweigerung bei Morbus Alzheimer werden Cannabisprodukte verwendet.
Übelkeit & Erbrechen
Gut untersucht bei Chemotherapie. Cannabinoide ergänzen andere antiemetische Medikamente. Auch bei Aids, Hepatitis C und schwerem Schwangerschaftserbrechen.
Glaukom
THC senkt den Augeninnendruck um durchschnittlich 25–30 %, gelegentlich bis 50 %. Augentropfen mit Cannabinoiden gibt es bisher nicht.
Epilepsie
Erfahrungsberichte zu THC-reichem Cannabis bei fokaler und generalisierter Epilepsie. Klinische Studien zeigen Nutzen von CBD bei einigen Epilepsie-Formen.
Entzugssymptome
Gutes Mittel gegen Entzugssymptomatik bei Benzodiazepin-, Opiat- und Alkoholabhängigkeit. Erleichtert die Reduktion der Suchtmittel-Dosis.
Asthma
Bronchienerweiternde Wirkung von oralem THC oder einer Cannabiszigarette entspricht etwa therapeutischen Dosen von Salbutamol.
Alzheimer-Krankheit
Kleine Studien zeigen: THC steigert nicht nur den Appetit, sondern kann auch verwirrtes Verhalten verringern.
Depressionen
Stimmungsaufhellende Wirkung bei reaktiver Depression, neurotischer Depression und gelegentlich bei bipolaren Störungen.
Persönlichkeitsstörungen
Wirksam bei Borderline-Persönlichkeitsstörung — bestätigt durch eine Fallserie. Früher als Kontraindikation gewertet.
Schlafstörungen
Klinische Studien zeigen Hilfe bei Schlafstörungen — andere Daten verweisen aber auch auf mögliche Verschlechterung.
Angststörung
Bei einigen Menschen wirkt vor allem THC, bei anderen CBD. Häufig Komorbidität mit Depressionen; soziale Phobie als häufige Form.
PTBS
In einigen Studien wurde nachgewiesen, dass Cannabis bei posttraumatischer Belastungsstörung wirksam sein kann. Ursachen für eine solche PTBS können Missbrauchserfahrungen in der Kindheit, Kriegserfahrungen und andere schwere Traumata sein.
Entzündungen & Autoimmun
Entzündungshemmende Wirkung bei Colitis ulzerosa, Morbus Crohn, Bechterew, Asthma, Arthritis, rheumatoider Arthritis, Akne inversa.
Allergien & Juckreiz
Lindert Symptome bei allergischem Asthma. Innerlich oder als Salbe lindern Cannabinoide Juckreiz unterschiedlicher Ursachen.
Reizdarm & ADHS
Lindert Durchfall-Neigung beim Reizdarm. Hinweise auf Verbesserung von Konzentration und Impulskontrolle bei ADHS.
Zwangsstörungen
Hilfreich bei Zwangsstörungen und Zwangsgedanken, die auf andere Medikamente nicht ansprechen.
Krebs
Cannabis und THC lindern Schmerzen und Appetitlosigkeit. Tierversuche zeigen darüber hinaus krebshemmende Wirkungen von THC, CBD und CBG.
Eine Publikation der ACM e. V.5