ACM e.V.Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.
ACM-Magazin · Ausgabe 2026

Cannabis als Medizin

Ein fundierter Überblick zu Einsatzgebieten, Präparaten, Dosierung, Recht und Mitgliedschaft — als zugänglicher Online-Reader und PDF.

01 · EinsatzgebieteDie Wirkungen von Cannabidiol

Die Wirkungen von Cannabidiol

Cannabidiol ist ein Cannabinoid, das vor allem in CBD-reichen Cannabissorten aus der Apotheke (6–14 %) und im Faserhanf vorkommt — mit bemerkenswerten therapeutischen Eigenschaften, ohne psychedelische Nebenwirkungen.

50–800 mg / TagErwachsene
1–25 mg / kgKinder
> 4 ×Bioverfügbarkeit mit Fett

CBD wirkt entzündungshemmend, nervenschützend und entspannt die Muskulatur bei Dystonien und Dyskinesien. Es hemmt Übelkeit, tötet Krebszellen und fördert die Knochenheilung. Am besten in Studien untersucht sind die angstlösenden und antipsychotischen Eigenschaften sowie die Wirkungen bei Epilepsie. CBD kann auch Entzugssymptome nach dem Absetzen von THC-reichem Cannabis lindern.

Seit 2019 ist in Deutschland ein CBD-reicher Cannabis-Extrakt mit dem Namen Epidyolex für die Behandlung einiger kindlicher Epilepsieformen (Lennox-Gastaut, Dravet, tuberöse Sklerose) zugelassen. Beobachtungsstudien zeigen jedoch eine ähnlich gute Wirkung bei anderen Epilepsieformen.

Dosierung

Die typischen Tagesdosen liegen zwischen 50 und 800 mg für Erwachsene und 1 bis 25 mg pro kg Körpergewicht für Kinder. Diese werden auf zwei bis vier Gaben verteilt, etwa morgens und abends nach dem Essen je 250 mg. Angstlösende und antidepressive Wirkungen treten häufig schon ab Tagesdosen von 20–40 mg auf.

Bioverfügbarkeit

Studien haben gezeigt, dass die geringe Bioverfügbarkeit von CBD nach oraler Einnahme durch die gleichzeitige Aufnahme von sehr viel Fett (englisches Frühstück) um mehr als das Vierfache gesteigert werden kann. Auf die Art des Fettes kommt es vermutlich nicht an. Die Verbesserung gilt auch für THC.

Inhalation

Neben der oralen Einnahme wird die inhalative Einnahme zunehmend populär. Die Bioverfügbarkeit ist bei Inhalation deutlich höher. Möglich ist sie über CBD-reiche Cannabisblüten oder über CBD-Kristalle mit 98 % CBD im Verdampfer.

Form

In der Hanfpflanze liegen die Cannabinoide überwiegend als Carboxylsäuren (CBDA, THCA) vor. Vor allem durch Erhitzung werden sie in die phenolischen Formen (CBD, THC) umgewandelt — die meisten medizinischen Wirkungen weisen die phenolischen Formen auf.

Hinweis bei Dauertherapie

Bei Dauertherapie in hohen Dosen können Leberfunktionsstörungen auftreten — von Zeit zu Zeit ist eine entsprechende Blutuntersuchung sinnvoll.

Eine Publikation der ACM e. V.6