Urinuntersuchungen: Wie lange können THC-Abbauprodukte im Urin nachgewiesen werden?

Ellis und Kollegen

Die Urinausscheidungsmuster von 86 gewohnheitsmäßigen Cannabiskonsumenten wurden nach ihrem letzten Cannabiskonsum mit üblichen Screeening-Verfahren untersucht (...). Wir zeigten, dass chronische Konsumenten unter streng kontrollierter Abstinenzkontrolle bis zu 46 Tage in Folge positive Ergebnisse für Cannabinoide im Urin (...) haben können, und dass es bis zu 77 Tage dauern kann, bevor die Befunde für 10 aufeinanderfolgende Tage unter die Cutoff-Eichung fallen. Für alle Personen lag die mittlere Ausscheidungszeit bei 27 Tagen (...). Demographische Variablen, Körperbau und Drogenvorgeschichte waren nur schwache Prädiktoren [voraussagende Parameter] für die Ausscheidungsmuster.
Ellis GM Jr Mann MA Judson BA Schramm NT Tashchian A. Excretion patterns of cannabinoid metabolites after last use in a group of chronic users. Clin Pharmacol Ther 1985;38(5):572-578.

Rolf Aderjahn

Die Ausscheidung von THC und seinen Metaboliten kann beim Dauerkonsumenten im Bereich von 4-6 Wochen festzutsellen sein. In der Literatur wird über einen 10 Jahre langen, intensiven Cannabiskonsum berichtet, der nach 77 Tagen noch mit üblichen Tests nachzuweisen war. Bei vereinzeltem oder gelegentlichem Missbrauch ist die Ausscheidung im Urin nur selten kurz (einige Stunden), meist dauert sie 3-5 Tage. Aderjahn R. Toxikologischer Cannabisnachweis. In: In: Berghaus G, Krüger HP, Hrsg. Cannabis im Straßenverkehr. Stuttgart: Gustav Fischer, 1998.
Aderjahn R. Toxikologischer Cannabisnachweis. In: In: Berghaus G, Krüger HP, Hrsg. Cannabis im Straßenverkehr. Stuttgart: Gustav Fischer, 1998.

Coleman und Baselt

Coleman und Baselt untersuchten die Wirkung zweier kommerzieller Produkte, von denen behauptet wird, dass sie Drogen aus dem Körper eliminieren. Sie vergleichen 1200 ml Wasser mit Quick Flush und Eliminator. Sie fassen zusammen:
"ERGEBNISSE: Jedes der Behandlungsprotokolle verursachte eine Verminderung der Drogen- oder Metabolitenkonzentration (…). Wasser allein war ungefähr so wirksam wie die beiden kommerziellen Produkte bei der Reduzierung der Metabolitenkonzentration. Keines des Behandlungsprotokolle, die in dieser Studie verwendet wurden, veränderte den pH-Wert im Urin, das spzifische Gewicht oder die Kreatininkonzentration außerhalb der üblichen akzeptierten physiologischen Werte. SCHLUSSFOLGERUNG: Versuche, Drogenmissbrauch durch Wasserverdünnung zu verschleiern, spielen sehr wahrscheinlich eine wichtige Rolle, wenn sich die Konzentrationen für einen bestimmten Test an oder nahe an der Nachweisgrenze bewegen, wie bei den Endstadien der Drogenausscheidung."
Coleman DE Baselt RC. Efficacy of two commercial products for altering urine drug test results. J Toxicol Clin Toxicol (1997) 35(6):637-642.